... so wie die rasen!
Das rief uns heute ein Mann hinterher, als wir ihn und seine Gattin überholten. Klar, Stefan heißt in Wirklichkeit Lance Armstrong und ich bin Jan Ulrich. Oder so ähnlich.
Es musste einfach mal wieder sein. Nachdem wir letztes Jahr, wenn ich mich recht erinnere, kein einziges Mal eine Radtour gemacht hatten, wollte ich wissen, ob ich überhaupt noch Rad fahren kann. Das Wetter konnte nicht besser sein und deshalb machten wir uns, nachdem die Reifen aufgepumpt, die Bremsen kontrolliert und der Staub abgewischt war, auf den Weg. Natürlich ist immer ein Biergarten das Ziel eines Radausflugs, so auch heute. Der ist von uns ungefähr 15 Kilometer weg und die Strecke dorthin geht größtenteils durch Wald bzw. auf Radwegen entlang.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Allerdings radeln wir tatsächlich nicht im gemütlichen Sonntagsfamilienausflugstempo, sondern wir möchten schon ein bisschen was für die Kondition tun. Das bedeutet natürlich, dass man ab und zu klingeln muss, damit man gefahrlos überholen kann. Und da fühlen sich so einige wohl nahezu beleidigt, wie z.B. der Mann aus der Überschrift. Ich musste über seinen Kommentar lachen, weil wir natürlich so schnell auch wieder nicht fahren. Mehr als 20 km/h geht auf diesen Waldwegen ohnehin nicht.
Kaum waren wir jedenfalls an dem Grantler vorbei, merke ich, dass was nicht stimmt. Ein entsetzlich lautes Geschepper begleitet mich plötzlich. Oh oh... Das war die Rache für mein respektloses Lachen. Ein Platter! Und ausgerechnet heute haben wir weder einen Schlauch noch Flickzeug noch Werkzeug dabei. Mist! Es hilft nichts, ich muss dann wohl noch circa einen Kilometer schieben, bis wir eine Straße erreichen und wo mich dann mein Filius mit dem Auto abholen kann. So ein Mist!

Und weil ich also den Rest des Heimwegs nicht mehr radeln durfte, bin ich heute Abend kurzerhand noch gelaufen. Ich fühlte mich nämlich so gar nicht ausbewegt (schönes Wort übrigens, hab ich von Mandy geklaut).
Und jetzt geht's mir richtig gut. 17 Kilometer geradelt und 4 Kilometer gelaufen, also zwei Trainingseinheiten an einem Tag. Das habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht.
...indem ich zwei Männer, einen davon unter 30, vor den läuferischen Karren spanne. Dann bleibt mir nichts anderes übrig als einfach mitzurennen, wenn ich die Westparkrunde nicht alleine drehen will. Und das wollte ich nicht.
Ich glaube, jede mögliche Steigung wurde mitgenommen. Aber da wo es rauf geht, geht es auch wieder runter. Und da kann ich mich dann immer schön erholen. Ich gebe es zu, es hat mir außerordentlich Spaß gemacht, gestern nur mit Micha und Stefan zu laufen. Ich fühlte mich gut und die Geschwindigkeit war ok. Alleine würde ich niemals so laufen, auch nicht mit Stefan. Da verfalle ich immer in meinen Schlappschritt, der kaum schneller als 7 min/km ist, meistens sogar noch ein wenig langsamer.
Aber gestern ging es gleich von Anfang an mit einem Tempo von 6:30 los (ich weiß das deshalb, weil Stefan sein neues Spielzeug, den Forerunner 205, dabei hatte). Beim ersten Klingeln (=1 Kilometer) guckte ich ungläubig auf meine Uhr: nur 6:35! Und so ging es dann aber weiter. Und geredet habe ich mit meinen beiden Begleitern auch noch, zwar nicht viel, aber immerhin. Keinen Moment hatte ich das Gefühl, ich wäre komplett aus der Puste. Bei zwei Steigungen bin ich allerdings jeweils das allerletzte Stückchen gegangen, da fehlt mir oft die Kraft in den Beinen, nicht so sehr der Atem.
Ein schöner Lauf!
Zum Garten:
Phönix hat das vollkommen richtig erkannt. Ich tu so gut wie nichts darin. Alle 2 Wochen mäht Stefan den Rasen (bzw. das grüne Zeug in der Mitte) und das war's dann eigentlich schon. Im Prinzip ist dieser Garten eine große optische Täuschung. Was da wächst sind mitnichten nur Zierpflanzen. Da ist jede Menge wilder und ungezügelter Natur dabei, z.B. auch Giersch. Es gibt fast kein schlimmeres "Unkraut", hieß es früher. Heutzutage sieht man auch das Positive an der Pflanze. Eine sehr dankbare Zierpflanze ist der Frauenmantel. Der ist so stark wie der Giersch und braucht eigentlich auch keine Pflege. Davon hab ich vor ca. 10 Jahren einige Ableger von meiner Nachbarin bekommen und sie als Beetumrandung gepflanzt. Irgendwann besteht halt dann das ganze Beet aus Frauenmantel.
Ich gebe zu, dass der Garten hauptsächlich zu dieser Jahreszeit so schön aussieht, vor allem, wenn es viel regnet. Bei Trockenheit hat man nicht so viel optische Freude daran.
Also, Phönix, du hast gewonnen. Besuche mich doch einmal in meinem kleinen Paradies, wenn du magst.
Ich muss dich einfach dran teilhaben lassen, weil ich im Moment so verliebt in meinen Garten bin.

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Du weißt bestimmt nicht, wie viel Arbeit es ist, damit ein Garten so aussieht wie dieser. Was meinst du:
Wie viele Stunden meiner Freizeit widme ich wöchentlich diesem paradiesischen Anblick? Wer mit seiner Schätzung am nächsten dran ist, den/die lade ich gerne mal in mein kleines Paradies ein.
Was will uns der Zeitungsschreiberling damit sagen?

Dass ihn der Chef gerade geärgert hat und er seinen Fluchreflex unterdrücken musste? Oder dass er das zermadschte Rehlein vor seinem inneren Auge hatte? Oder dass eine Maschine niemals weiblich sein kann, weil er (es?) so böse ist?
Oder alles zusammen? Oder hat da ein unbezahlter und entsprechend unmotivierter Volontär mal einen Artikel schreiben dürfen? Ach, was weiß denn ich. Beschämend für diese Zeitung ist es aber schon.
Als mein Sohn noch kleiner war, hatte er ein Buch, das hieß "Wo ist Walter?" In diesem Buch gab es so genannte Wimmelbilder, d.h. Bilder, auf denen wahnsinnig viele Details und Personen abgebildet waren. Aber auf jeder der Seiten war auch irgendwo Walter versteckt, das war der mit dem rot-weiß geringelten Pulli, der blauen Jeans und der runden Brille. Und es machte immer viel Spaß, Walter zu finden.
Hier ist nun ein ganz aktuelles Wimmelbild, auf dem zwar nicht Walter, aber dafür eine andere prominente Person "versteckt" ist:

Findest du die Person? Und wer ist das eigentlich?
Nach fünf Jahren war es gestern wieder so weit: in der Olympiahalle versammelten sich schätzungsweise 8000 musikbegeisterte Menschen, um die zwar mittlerweile auch in die Jahre gekommenen, aber immer besser gewordenen Eagles zu feiern. Und sie wurden nicht enttäuscht. So sehe ich das zumindest.
Ein Konzert, das bei mir keine Wünsche offen ließ. Alles, was mir einfällt, wenn ich an die Eagles denke, war dabei: der wunderbare mehrstimmige harmonische Gesang (ein Highlight: "Hole in the World"), gitarrenlastiger, aber melodischer Westcoastsound (Gänsehaut: Witchy Woman, Tequila Sunrise, New Kid in Town), einiges aus den Solo-Alben (Boys of Summer, Life's been good to me, Dirty Laundry) und auch, allerdings wenig, Neues. Glenn Frey konnte nicht umhin, zu erklären, in welchem Zusammenhang etwa "Hole in the World" entstanden war und wie enttäuscht sie über das momentane Bild, das die US-Regierung abgibt, sind. Motto: Can't wait for 2008. Also auch a bissl politische Botschaften verbreiten, womit er natürlich die Sympathien des Publikums hatte.
Was mir besonders an Eagles-Konzerten gefällt, ist die erträgliche, eigentlich perfekte Lautstärke. Man braucht dankenswerterweise kein Oropax, hat aber auch niemals das Gefühl, es sei zu leise. Und natürlich gefällt mir auch, dass ich jedes der Stücke kenne und die meisten mitsingen kann. Der Wiedererkennungswert ist extrem hoch, weil sie die Stücke auch absolut perfekt inszenieren, und ein gewisses Heimatgefühl macht sich breit: ja, das ist meine Zeit, meine Musik....
Nahezu drei Stunden stehen die Herren auf der Bühne. 23 Titel habe ich gezählt und langweilig war es mir keine Sekunde. Die Zugabe war, wen wundert's, natürlich Hotel California. Das hörten wir dann aber nicht mehr ganz, weil wir, genervt von den unmittelbar vor uns sitzenden sechs ziemlich asozialen Typen, unsere Plätze verließen. Dass wir ein Pack saufender, rauchender, essender und rumspringender ca. vierzigjähriger Prolls direkt vor uns hatten, war einfach Pech. Machen kannst du gegen solche Typen ohnehin nichts, zumal sie in einer mir komplett unvertrauten Sprache rumbrüllten, aber am Schluss ertrug ich sie dann wirklich nimmer. Vielleicht war das Eagles-Konzert auch der Höhepunkt ihres Vatertagsausflugs? Wer weiß...
Ein (unerlaubt aufgenommenes) Foto vom Konzert:

Es war eigentlich "verboten" zu fotografieren. Man wurde sogar am Eingang entsprechend kontrolliert. Allerdings nehme ich mir bei einem Eintrittspreis von nahezu 100 Euro dann doch die Freiheit heraus, ein Erinnerungsfoto zu schießen. Und damit war ich auch ganz und gar nicht alleine.