Nachdem unser Hundi in letzter Zeit ein wenig läuferisch vernachlässigt wurde - sie durfte weder auf die Laufbahn noch in den Westpark noch nach Landsberg mit - haben wir das Bahntraining kurzerhand nach Freiham verlegt und ihr damit einen 8-Kilometer-Auslauf gegönnt. Es waren nämlich nicht jeweils 400 Meter, sondern gleich 800 Meter am Stück in einer bestimmten Geschwindigkeit zurückzulegen. Und dafür bietet sich die asphaltierte Freihamer Allee geradezu an.

Dadurch mussten aber die je 2000 m ein- und auslaufen auf je 3000 m verlängert werden, weil es von uns Zuhause nach Freiham eben 3 Kilometer sind. Aber es gibt wohl Schlimmeres als eine Planübererfüllung, oder? Ungehorsamerweise habe ich bei den ersten 800 Metern, also der Hinstrecke auch die Zeit unterschritten. Fünf Minuten hätten's sein sollen, 4:41 waren's. Und zurück konnte ich mich dann auch nicht so richtig einbremsen und weil's grad so schön war und auch ganz zum Schluss ein klitzekleines bisschen bergab geht, hab ich die 1000 Meter voll gemacht. Auf der Uhr stand dann 5:31.
Nicht schimpfen, Manu, bitte. Es lief halt. Und trotzdem hätte ich das natürlich nicht auf 5 Kilometer durchgehalten. Aber dieses Tempo ist ja dann auch gar nicht nötig, ne?
Es macht mir zur Zeit Spaß, mal was anderes als den ewig von mir praktizierten Schlappschritt auszuprobieren - auch ohne besondere Trainingsanweisung. Ich las einen Beitrag bei laufen-aktuell.de, in dem ein offensichtlich semiprofessioneller Läufer die Haltung einer anderen Läuferin als "Sitzhaltung" beschrieb. Ich erkannte mich auf dem Bildchen, auf das er seine Diagnose bezog, auch teilweise wieder - so eine zusammengesunkene, ans Sitzen erinnernde Körperhaltung und die Füße werden nur millimeterhoch über dem Boden nach vorne geschoben.
Dieses Bild hatte ich gestern am Abend im Kopf, als wir zu unserer Runde im Münchner Westpark aufbrachen. Und genau dieses Bild wollte ich gestern beim Laufen nicht darstellen. Also, Oberkörper strecken, Brust raus und nach vorne, Beine höher und dynamischer bewegen. Und tatsächlich, es scheint zu funktionieren, wenn man sich nur richtig drauf konzentriert.
Der Westpark ist nun nicht gerade flach, aber schön asphaltiert. Wenn man am Rosengarten beginnt, geht es erstmal bergab. Da kam ich dann gleich in Schwung, 6:30er Schnitt, und konnte dieses Tempo auch bis zum ersten "Anstieg" an der Brücke über den Mittleren Ring mitnehmen. Dieser Anstieg zieht sich recht lange und dadurch auch moderat hin. Schlimmer ist der Rückweg, da geht's dann kürzer und ziemlich knackig hoch. Da zwang mich meine Behäbigkeit bisher fast immer in den Gehschritt, nicht so gestern. Es ist auch Kopfsache, ganz sicher.
Um es abzukürzen (ich muss ja über einen 4,7-Kilometer-Lauf nicht seitenweise Worte verlieren): nach genau 31 Minuten waren die 4,7 Kilometer rum (ja, ich weiß, es sind eigentlich 5 Kilometer, aber leider spielte mir meine Verdauung wieder einen bösen Streich und es ist dann besser, die 300 Meter bis zur rettenden Toilette gemächlich gehend zurückzulegen, damit nicht noch ein Unglück passiert...).
Mir machte das Tempo - ein Schnitt von 6:36 - so richtig Spaß! Ich hab so kurze Tempoläufe früher eigentlich nie gemacht, sondern bin fast immer denselben Hatscher (das ist bayerisch für Schlappschritt) ge"laufen". Erst Manus Trainingsvorschläge verführten mich zu solchen Kapriolen. Und erst jetzt merke ich, dass da doch noch so etwas wie Potenzial in meinen betagten Knochen steckt. Ja, so macht laufen Spaß!
Nur kurz:
Die "Schmach" vom Sonntag - die ja laut meiner Trainerin eigentlich keine war - ist getilgt. Heute Abend bin ich im Rahmen unseres Dienstagslauftreffs die fünf Kilometer bei perfekten Bedingungen in 32:50 gelaufen. Und ich war keineswegs fix und alle danach. Ich nähere mich meinem Ziel.
Danke, Manu, für deine tolle Unterstützung!
Es sollte ja keine neue Bestzeit werden, ganz und gar nicht. Aber eine neue Worstzeit (beinahe) war auch nicht geplant gewesen. Sondern nur ein weiterer Trainingslauf, der eben zufällig auch ein Stadtlauf war, und zwar in Landsberg am Lech. Schönes Städtchen, ja wirklich. Sehr viele pittoreske alte Gebäude im Stadtzentrum, auch noch original Natursteinpflaster aud dem Hauptplatz, dem Start- und Zielpunkt des Laufes.
Wir hatten bei unserem gestrigen Besuch dort schon festgestellt, dass Städte, die an Flüssen liegen, nicht notwendigerweise flach sein müssen. Landsberg gehört mit Sicherheit zu denen, die besonders "bergig" sind, mit irgendeiner Kirche oder einem Stift ganz oben und einem malerischen Ausblick nach unten. Ok, da hinauf ging es nicht beim Stadtlauf. Und doch war die 5-Kilometer-Runde, die für den 10-Kilometer-Lauf zwei Mal zurückzulegen war, sehr anspruchsvoll und schwierig. Erstens gab es so viele unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten - Natursteinpflaster, Kopfsteinpflaster, Asphalt, holprige Waldwege und auch noch Schotterstücke. Meinem Empfinden nach waren keine 500 Meter am Stück ganz flach. Es ging eigentlich immer irgendwie bergauf, auf Schotterstücken steil bergab oder die Straße hing extrem zu einer Seite runter. Dazu spendete die Sonne noch ihr Bestes, was sie im September so auf Lager hat, nämlich 25 Grad.
Die erste Runde legte ich noch in 35:30 zurück. Bei der zweiten, wo ich eigentlich hätte ein wenig schneller laufen wollen, war aber mein Akku plötzlich ganz leer. Die "Anstiege", die mir bei der ersten Runde noch gar nicht so sehr aufgefallen waren, gaben mir den Rest. Mental, durstmäßig und kräftemäßig war dann bei mir der Ofen aus. Buff, wie ausgepustet. Da könnte ich gerade stehen bleiben und per Anhalter nach Hause fahren. Nun ja, das geht ja auch nicht. Irgendwie muss ich jetzt doch wieder zum steinigen Hauptplatz kommen, es hilft ja nix. Vor meinem inneren Auge sehe ich eine eisgekühlte Einliterflasche Cola. Das würde mich jetzt retten, bilde ich mir dann ein. Und je mehr ich an diese braune Köstlichkeit denke, desto größer wird mein Durst und trockener mein Mund. Shit.
39 Minuten benötigte ich für des Dramas zweiten Teil. So ein Sch. ...
Aber egal. Der Lauf ist schon abgehakt. Ich lasse mich nicht entmutigen, obwohl mir auf der Strecke schon auch so merkwürdige Gedanken durch den Kopf gingen: "Willst du wirklich 5 Kilometer in 30 Minuten laufen? Haha. Guck dich doch an, du langsame Kuh, du schaffst das nie! Gib's doch einfach auf! Na?" - "Schnauze! Es ist nicht immer so heiß und im Englischen Garten ist es flach, flach, flach!"
Ich bleibe dran. Aufgeben gilt nicht. Wenn es am 1. Oktober allerdings auch so ein Krampf wird, dann werde ich wohl einsehen müssen, dass es besser ist, solche Ambitionen zu begraben. Das Laufen muss ich ja deshalb noch lange nicht aufgeben.
Erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hitzeresistent bin. Das war ich bisher nämlich noch nie. Ziele scheinen bei mir irgend etwas in Gang zu setzen, was sonst verborgen ist. Nett.
Bei 30 Grad im Schatten habe ich heute hier mein Bahntraining gemacht:

Auf der Bahn gibt es sogar Schatten, nämlich für ca. 50 Meter. Über dem Rest dürften es etwa 35 - 40 Grad gewesen sein.
Meine Aufgabe bestand darin, zunächst 2000 Meter einzulaufen. Das wurde in 14 Minuten erledigt. Dann sollte ich 3 x 100 Meter Steigerungen bis zum Sprint absolvieren. Wir machten vier daraus, weil wir uns gerade am anderen Ende der Bahn befanden.
Es folgte ein Schluck aus der Wasserflasche (Leitungswasser - ich vertrage Kohlensäue nicht gut beim Laufen, die steht mir dann immer irgendwo in der Speiseröhre und weiß nicht, ob sie raus oder rein soll) und die erste von 5 Temporunden mit einer Punktlandung von 2:20. weitertraben. Och, das geht ja... Nächste Temporunde: 2:28, also langsamer. Ja, es ist warm, sehr sogar und ich entscheide mich, die Zwischenrunde nicht langsam zu traben, sondern zu gehen. Ich hätte sonst meine 5 Temporunden nicht geschafft. Lange Rede, kurzer Sinn: die nächsten drei Temporunden waren Punktlandungen auf 2:20. Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Es ist halt nur sehr heiß. Und deshalb habe ich das auslaufen dann auch um eine Runde verkürzt, also nur vier Runden. Und danach war ich doch etwas fertig.
Aber nicht sehr lang. Ich erhole mich wirklich schnell:

Ich wage allmählich ganz vorsichtig daran zu glauben, dass ich am 1. Oktober mein Ziel erreichen könnte. Wenn es so heiß wie heute wird, wird es allerdings schwierig. Aber das will ich mal nicht hoffen.
Ach ja, auch heute hat mich Stefan natürlich wieder unterstützt. er hat extra einen halben Tag frei genommen dafür. Ist er nicht ein feiner Kerl? Und die Tasche trägt er auch noch...
Er lässt sich nur ungern fotografieren....
Ich bin echt angep...t. Heute war wieder Fahrtspiel auf dem Plan, 5 x ca. 200 m im geplanten Renntempo bei insgesamt ca. 8 Kilometern. Ich hab dafür meine Hausstrecke genommen - da geht es fast ausschließlich auf Waldwegen entlang. Stefan begleitete mich, wie immer. Er ist ein Sklaventreiber. Ich hab ihn gebeten, mir einen 6er Schnitt bei den schnellen Stückchen vorzulaufen. Und was macht er? Er läuft irgendwas zwischen 5:30 und 5:45. Und treibt mich damit durch den Wald. Und ich mach da auch noch mit, weil er mir die Geschwindigkeit erst zu Hause sagt. Ich will doch gar nicht so schnell rennen! Dieses Tempo würde ich nie und nimmer auf 5 km durchhalten. Vollkommen ausgeschlossen!
Aber das wirklich Frustrierende an dem Lauf heute war die Zeit, die ich insgesamt gebraucht habe: 53:28! Ich hatte das Gefühl, ich liefe viel, viel schneller! Nicht, dass es mir dabei schlecht gegangen wäre, das nicht. Ich war am Ende nur wirklich enttäuscht, weil es sich insgesamt schneller "anfühlte". Nun gut, vor ein paar Wochen brauchte ich für die gleiche Strecke noch ca. 58 Minuten - mit diversen Gehpausen dazwischen. Heute lief ich das durch. Aber irgendwie nehme ich nicht so richtig Fahrt auf. Es ist kacke, wenn man Ehrgeiz entwickelt und dann erfahren muss, dass die Brötchen immer noch so klein sind. Aber wartet's nur ab! Ich will das jetzt echt wissen!
Am Donnerstag kommt die Nagelprobe. Da geht's zum Intervalltraining wieder auf die Bahn. Am Nachmittag werden wir das machen, da wir am Abend was anderes vorhaben. Die Temperatur wird laut Wettervorhersage bei ca. 28 Grad liegen. Schatten gibt es dort keinen. Entweder bin ich danach tot oder ein Held. Drückt mir bitte die Daumen!
Heute war wieder Bahntraining angesagt. So weit so gut. Da wir letzten Samstag beinahe zeitlich mit Fußballspielern kollidierten, sind wir heute früher los. Um halb zehn erreichten wir den Sportplatz. Ein handgeschmierter Zettel wies darauf hin, dass heute die Anlage erst um 11:30 Uhr geöffnet wird. Na toll. Da kommt gleich die richtige Stimmung auf.
Nun wissen wir aber, dass die Stadt München über eine stattliche Anzahl von Sportplätzen verfügt, so genannte Bezirkssportanlagen, auf denen jeder trainieren kann. Außerdem gibt es auch noch jede Menge Vereinssportplätze, auf denen man hin und wieder auch als Nichtmitglied geduldet wird. Die Frage war nur: wo finden wir jetzt auf die Schnelle - und vor allem ohne Stadtplan und ohne Navigationssystem - einen Sportplatz mit Laufbahn, der geöffnet ist und auf dem gerade nicht gebolzt wird?
In der Werdenfelsstraße gibt es jedenfalls einen, sogar mit Tartanbahn. Aber wo zum Teufel ist die Werdenfelsstraße? Irgendwo bei der Waldfriedhofstraße, das war so weit klar. Also, ins Auto und in Richtung Waldfriedhofstraße gefahren. Und schon falsch abgebogen. Hier heißt die Waldfriedhofstraße ja schon Würmtalstraße und es geht da raus aus der Stadt. Wenden. Bei der nächsten Ampel verkündet Stefan, dass er nun doch diesen anderen Sportplatz irgendwo weiter unten in Sendling suchen will, von dem uns auch einer erzählt hat. Meinetwegen. Wir fahren wieder die Fürstenrieder Straße runter und sind dann irgendwann auf dem Weg zu Stefans Büro. Da wollen wir aber wirklich nicht hin! Na gut, dann biegen wir jetzt mal links ab - Höglwörtherstraße lesen wir. Ah, hier ist der Südpark. Ich lerne Ecken von München kennen, in denen ich noch nie war. Sehr grün ist es hier und aus dem Augenwinkel können wir beim Vorbeifahren gerade noch ein Schild mit der Aufschrift "Sportgaststätte" entziffern. Ha! Wo eine Sportgaststätte ist, ist in der Regel auch ein Sportplatz. Aber erst mal ist es zu spät. Wir können weder wenden noch anhalten, weil die Straße schmal ist und hinter uns andere Autos drängeln. Na gut, fahren wir ums Karree. Vielleicht finden wir die Sportgaststätte ja wieder. Und tatsächlich, kaum irren wir eine Dreiviertelstunde durch Hadern und Sendling, schon finden wir eine der schönsten Bezirkssportanlagen, die wir je gesehen haben. Bisher haben wir zwei gesehen...
Wir betreten das weitläufige, äußerst gepflegte Gelände. Eine wunderbare und ebenso sorgfältig gepflegte Laufbahn erstreckt sich vor unseren Augen. Da kommt auch schon der Platzwart, ein sehr freundlicher junger Mann, der uns selbstverständlich erlaubt, die Laufbahn ganz nach Gusto zu benutzen. Außer ihm und uns beiden ist hier kein Mensch. Herrlich! Wir beschließen spontan, dass das jetzt "unsere" Laufbahn auch für die nächsten Gemeinheiten sein wird, die sich meine Trainerin Manu für mich ausdenkt. Hier ist auch am Samstag, wenn man zeitig kommt, immer Platz für uns.
Zum Schluss:
2000 Meter einlaufen im 7er Schnitt, 3 x 100 Meter Steigerungen bis zum Sprint und jeweils wieder zurückgehen, dehnen, 4 x 400 Meter in 2:10, 2:21, 2:20 und 2:25, dazwischen je eine Runde traben (und eine hintendran), noch einmal ein wenig gedehnt, 2000 Meter auslaufen ebenfalls im 7er Schnitt. Das war mein Programm. Obwohl es eine Temporunde mehr war als letzten Samstag und ich beim Auslaufen auch die 5 Runden, die Manu mir aufgetragen hat, gelaufen bin, fiel mir das Ganze nicht schwerer als letztes Mal. Allerdings tut mir jetzt mein Rücken ein bisschen weh. Es fühlt sich fast so an, als sei der Schmerz, den ich immer auf der rechten Seite hatte, nun nach links gewandert. Komisch.