Sonntag, 9. August 2009

Herr W. und die Kichererbse

Vermutlich (meine Vermutung!) sozusagen als Wiedergutmachung für seinen Gänseleber-Fauxpas gibt es diesen Sonntag ein wunderbares Kichererbsenrezept bei Peter Wagner auf Spiegel online. Seine Falafel klingen wirklich sehr lecker und ich werde mich in den nächsten Tagen sicher auch mal an dieses Gericht machen. Was ich ganz bestimmt weglasse, ist dieser "Espuma" - auf Deutsch einfach "Schaum". Neumodischer Küchenfirlefanz, dem ich nichts, aber auch gar nichts abgewinnen kann. Jeder (männliche) Hobbykoch will heutzutage ein Ferran Adrià sein, wobei ich manchmal schon lachen muss über das, was da so manchen Köpfen entspringt. 3 Himbeeren in einer Reihe auf dem Teller und daneben ein Irgendwas-Espuma... nö, danke.

Ich hab zur Zeit eine andere Herausforderung: mein Radl-Ernte-Ausflug von gestern war davon gekrönt:
Die Erbsen sind geschält, die Bohnen blanchiert und eingefroren. Was mache ich jetzt mit den beiden Riesenzucchini und den Erbsen? Wenn jemand ein Rezept für mich hätte, wo ich beides kombinieren kann, das wäre schön. Vielleicht versuche ich mich an einer Zucchini-Tarte und werfe die Erbsen da mit rein? Muss wohl ein bisschen experimentieren...

Donnerstag, 6. August 2009

Pfifferlinge, Reherl, Eierschwammerl

Die meisten glauben ja, der Herbst wäre die Pilzezeit. Dem ist aber mitnichten so. In unseren Breitengraden kann man schon ab Juli Schwammerl im Wald finden. Man muss nur die Augen offen halten. Leider verstecken sich die Steinpilze dieses Jahr noch sehr vor mir und Pfifferlinge hab ich überhaupt in unserer Gegend noch nicht gefunden. Deshalb ist das folgende Pilzgericht ein gekauftes.

Schweinefilet mit Schwammerl und Bandnudeln (für 3 Personen)

300 g Pfifferlinge und ca. 200 g Steinpilze, geputzt und in Scheiben geschnitten bzw. halbiert
2 - 3 Schalotten, klein geschnitten
1 - 2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Handvoll magere Speckwürfelchen
1 Handvoll Petersilie, gehackt
1/2 Packung stückige Tomaten, das sind etwa 4 große Esslöffel (Dose oder Tetrapack)
Sahne, ein halber Becher = ca. 100 g

1 Schweinefilet (sauber enthäutet und in ca. 3 - 4 cm dicke Scheiben geschnitten)
Bandnudeln, Menge nach Appetit

Die Schalotten, die Knoblauchzehen und die Speckwürfelchen in etwas Olivenöl anschwitzen, dann die Pilze dazugeben und relativ trocken braten. Immer wieder wenden, bis sie ein wenig gebräunt sind. Dann die Petersilie und die Tomaten dazu geben. Die Tomaten sollen nur Geschmack, nicht Flüssigkeit geben, also auch weiterrühren, bis die Tomaten einreduziert sind. Ganz zum Schluss die Sahne dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

In der Zwischenzeit die Bandnudeln kochen sowie die Schweinefilets braten. Die Schweinefilets werden vor dem Braten gesalzen und gepfeffert sowie mit Senf (scharf oder mittelscharf) bestrichen.

Alles auf Tellern anrichten und sofort servieren.


Dienstag, 4. August 2009

Bohnenzeit! Lieblingsgericht Nummer 2

Vor etwa einem Jahr habe ich bei einem Treffen mit 2 Freundinnen in einem kleinen Münchner Restaurant ein Pastagericht gegesssen, das ich seitdem auf meine Art nachkoche:

Penne mit grünen Bohnen, Chorizo und Tomaten.
Keine Ahnung, ob mein Rezept auch nur annähernd deckungsgleich mit dem im Restaurant ist, aber uns schmeckt es so. Leider messe oder wiege ich nie etwas ab, deshalb variiert meine Zutatenliste auch ständig. Es sind also ungefähre Angaben und wenn du es nachkochen möchtest, musst du dich auch nicht sklavisch daran halten. So in etwa kriegst du das schon hin. Das Tolle an dem Gericht ist auch, dass es schnell geht, länger als 30 Minuten dauert es eigentlich nicht. Die Menge reicht bei uns für 3 Personen.

1 (rote) Zwiebel, klein geschnitten
2 - 3 (oder auch mehr) Knoblauchzehen, zerdrückt
1 rote Chilischote, klein geschnitten (ohne das Innere!)
ca. 100 g Chorizo, klein geschnitten
2 große Tomaten, entkernt und in kleine Würfelchen geschnitten (enthäuten ist optional)
ca. 250 g grühne Bohnen
ca. 250 g Penne
Parmesan

Die Zwiebel mit dem Knoblauch und der Chili in einer Pfanne in etwas Olivenöl anschwitzen, dann die Chorizo dazu geben, auch mit angehen lassen. Dann die Tomaten und die Bohnen dazu, das ganze vermengen und Deckel drauf.
Währenddessen Nudelwasser aufsetzen und Penne bissfest kochen. Wenn die Penne fertig sind, ist auch die "Sauce" fertig. Die Penne in eine große Schüssel geben und mit der Sauce vermischen. Sofort auftragen. Wer mag, gibt geriebenen Parmesan drüber. Ich bevorzuge gehobelten.

Nein, man braucht keine zusätzlichen Gewürze für das Gericht. Die Chili-Schote und die Chorizo-Wurst sind pikant genug, um dem Gericht Geschmack zu verleihen.


Donnerstag, 30. Juli 2009

Bohnenzeit!

Grüne Bohnen sind was feines, finde ich. Vor allem, wenn man sie ganz frisch bekommt. Frischer als wir sie gestern bekommen haben, geht nicht: wir haben sie selbst geerntet. Nein, nicht im eigenen Garten, sondern bei Eberle-Gärten, eine Selbstpflückplantage in unserer Nähe für alle möglichen Beeren und - wie wunderbar - auch für Bohnen, Erbsen, Gurken, Zucchini...

Gestern also Bohnen, etwa 1,2 Kilo nahmen wir mit nach Hause. Und was ich daraus kochen wollte, wusste ich schon vor dem Pflücken. Ich hatte so richtig Lust auf einen Bohneneintopf. Und der ging so:

Ca. 500g Schweinefleisch in Würfeln scharf anbraten, 1 gewürfelte Zwiebel und 2 zerdrückte Knoblauchzehen goldbraun mitrösten. Dann eine große, entkernte und in Stücke geschnittene Tomate mit in den Topf (wenn du Lust hast, darfst du sie enthäuten). Mit 1 großen Tasse Gemüsebrühe ablöschen und dann 3 große gewürfelte Kartoffeln sowie die geputzten Bohnen (ca. 600g) dazu. Mit Salz, Pfeffer, Thymian würzen und ein Bündel Bohnenkraut mit dazu in den Topf. Deckel drauf und so lange auf kleiner Hitze köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist. Das Bohnenkraut nehme ich vor dem Servieren heraus. Auf dem Teller sieht er dann so aus:
Dazu schmeckt ein Stück Baguette und ein Glas schöner Rotwein.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Für meine veganen Leser

Nein, nein, ich bin keine von euch. Das werde ich wohl auch nie. Aber ab und zu koche ich etwas, was auch Veganer essen würden. Das ist dann bei mir rein zufällig und es schmeckt mir dann auch.

Vorgestern Abend haben wir gegrillt und ich bin der ewigen Salate als Beilage etwas überdrüssig. Deshalb habe ich kurzerhand ein Ratatouille dazu gemacht. Das geht bei mir so:

Eine klein geschnittene Zwiebel und mindestens 2 zerdrückte Knoblauchzehen (wenn man sie hackt, verbrennen sie so schnell und werden dann bitter) mit einer klein geschnittenen Chilischote in etwas Olivenöl (mein Olivenöl bestelle ich übrigens schon seit ein paar Jahren ausschließlich hier) andünsten. Dazu kommen dann der Reihe nach eine Aubergine, eine große Zucchini, eine gelbe Paprikaschote (wegen der Farbe), 2 große Tomaten (man kann sie enthäuten, manchmal bin ich zu faul dafür) - alles in Stücke geschnitten. Jede Menge Kräuter - nach Geschmack (bei mir sind es auch gerne mal die 8 Kräuter aus der Gefrierpackung), Salz und Pfeffer. Deckel drauf und schmoren lassen, bis alles weich ist. Kein Wasser zugeben! Das Gemüse hat genug eigene Flüssigkeit. Das schmeckt warm oder kalt als Beilage zu Gegrilltem.

Bei uns bleibt davon immer so viel übrig, dass eine Zweitverwertung am nächsten Tag noch möglich ist. Ich gebe eine halbe Dose Tomaten dazu, erhitze das ganze nochmal in der Mikrowelle für 2 - 3 Minuten (je nach Menge). Währenddessen hab ich auch schon ein Nudelwasser aufgesetzt und Penne gekocht. Penne in den Teller, Ratatouille-Gemüse drauf und - Achtung, hier endet das vegane Rezept - ordentlich Parmesan drüber gehobelt. Einfach, aber so lecker!

Leider gibt's davon kein Foto, aber ihr könnt euch das sicher vorstellen.

Sonntag, 26. Juli 2009

Und noch ein Kuchen

Dieser Kuchen wurde auf speziellen Wunsch gebacken: man rief nach einem Kirsch-Streusel-Kuchen. In einem weiteren Blog wurde ich fündig. Wobei das Rezept, als ich es mir ausgedruckt hatte, nicht so ganz stichhaltig schien: was passiert mit der anderen Hälfte des Mehls? Die wurde irgendwie unter den Tisch fallen gelassen, erwähnt wird sie jedenfalls im weiteren Verlauf des Rezeptes nicht. Ich hab dann das Mehl einfach insgesamt hinzugefügt, die Butter nicht verflüssigt und auch das Ei weggelassen. Außerdem hab ich Sauerkirschen aus dem Glas genommen, anderthalb Gläser á 350g Einwaage. Und beim Zucker war ich auch sparsamer, es waren bestimmt keine 100g, die ich über die Kirschen gestreut habe, sondern vielleicht 30 - 40g (ich wiege nicht immer alles ab...)

Das Resultat lässt sich sehen:



Da ich es nie erwarten kann und einen von mir gebackenen Kuchen immer möglichst schnell probieren muss, hab ich den Kuchen angeschnitten, als er zwar außen abgekühlt, die Kirschen aber noch sehr warm waren. Ein Traum! Heute morgen ist der Kuchen erkaltet und schmeckt immer noch, wobei ich ehrlicherweise sagen muss, warm ist er besser.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Es ist wieder Sommer in der Stadt

In München kann man derzeit diesen Satz auf riesengroßen Plakaten lesen und daneben ist ein Zwetschgendatschi abgebildet. Zwetschgendatschi ist also gleichzusetzen mit Sommer, meint Rischart. Na gut, wenn Rischart das meint, dann werde ich auch mal gegenhalten gegen die Hitze draußen und mich ebenfalls an einen Zwetschgenkuchen machen, den ich vor ein paar Tagen im Blog eines Konditormeisters entdeckt habe.

Da ich aber mitnichten die Expertise und das Können eines Konditormeisters besitze, bin ich mal gespannt, wie das nachgebackene Resultat des Kuchenrezepts aussehen wird. Falls jemand Lust hat, es auch mal zu versuchen, hier meine Arbeitsschritte der Reihe nach:

Der Mürbteigboden ist vorgebacken. Ich befürchte, meine Form ist zu klein und da sie aus Glas ist, werde ich den Kuchen da wohl nicht so ohne weiteres raus bekommen.








In der Zwischenzeit habe ich die Zwetschgen entsteint und eingeschnitten. Die Hälften sollen nicht voneinander getrennt werden.





Der Rand wurde ebenfalls aus Mürbteig geformt. In Abwandlung des Originalrezeptes habe ich auf dem Boden dann eine dünne Schicht zerbröselter Löffelbiskuits verteilt. Die hatte ich noch im Schrank. Ab in einen Gefrierbeutel damit und mit dem Fleischkopfer schön pulverisiert.








Dann kamen die Zwetschgen drauf. Jetzt sieht der Kuchen fast so aus wie sein Vorbild.








Streusel drauf und Mandelblättchen (nicht auf dem Bild) und ab in den Ofen. Bei ca. 175° Umluft etwa 60 Minuten gebacken.




Und so sieht das Ergebnis aus:

Kann man doch lassen, oder? Auch wenn mir das mit dem Glasieren nicht gelungen ist, die Streusel und Mandeln blieben am Pinsel mit der aufgekochten Aprikosenmarmelade hängen. Wie macht der Konditormeister Bernd das nur?

Jedes Bild kann übrigens für eine größere Version angeklickt werden.

Nachtrag: Ansicht von "innen". Schnell noch ein Foto machen, bevor er ganz verspeist ist. Er schmeckt sehr lecker: