Montag, 12. Februar 2007

Disco 1977 - Flashback (2)

Ein Schuhthema bei Laufen-aktuell.de weckt eine Erinnerung, die - oh Schreck - auch schon wieder 30 Jahre zurückliegt. Dreißig Jahre sind vergangen, seitdem ich zu meinen Studentenzeiten in einer Münchner Disco als Bedienung gejobbt habe. Und wie es der Zufall so wollte, war diese Disco genau in den Räumen eröffnet worden, in denen vormals der Big Apple (dem ich weiter unten einen Eintrag widmete) beheimatet war. 1977 hieß die Disco dann Waterloo. Ob der Nummer-eins-Hit von Abba Namenspate war, entzieht sich jetzt meiner Kenntnis. Deren Musik wurde aber dort nicht gespielt, sondern eher die "progressiveren" Sachen, die rockiger waren als das seichte Gesinge der Schweden.

Es gibt ein Bild von damals, das ein befreundeter Fotograf schnell mit seiner Polaroid schoss. Darauf sind zu sehen (von links nach rechts) Titus, ein Servicekollege, meine Wenigkeit und ein weiteres Mädel aus dem Servicebereich, deren Name mir leider entfallen ist:



Worüber wir da so herzhaft lachen, habe ich natürlich auch vergessen. Was mir aber in guter Erinnerung ist, ist die sehr angenehme und gut bezahlte Tätigkeit als solche. Unsere Arbeitszeit begann um 22 Uhr und endete, je nach Wochentag, zwischen 2 und 4 Uhr morgens. Am Anfang wurde jeweils der Servicebereich verteilt und dann war man im Prinzip von Anfang bis Ende ständig auf den Beinen (und das ausschließlich in hochhackigen Schuhen!), um den durstigen Disco-Gängern Nachschub zu bringen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte das Bier einen sehr bedienungsunfreundlichen Preis, nämlich 5 Mark. Woher sollte denn da das Trinkgeld kommen? Aber am Schluss trug ich doch immer so meine 100 - 150 DM als Verdienst mit nach Hause. Das war für eine Studentin im Jahr 1977 ziemlich viel Geld.
An unangenehme Gäste kann ich mich kaum erinnern. So etwas verdrängt man wohl auch. Bestimmte Gäste bzw. Ereignisse blieben mir aber durchaus als positiv im Gedächtnis haften:
Hin und wieder verirrten sich auch bekannte Musiker in unsere Räumlichkeiten. Einmal durfte ich z.B. die Gruppe Hot Chocolate in meinem Servicebereich bedienen. Die waren richtig nett und überhaupt nicht arrogant.
Ein anderes Mal hatte ich einen Gast, der mir ein Trinkgeld von ca. 80 Mark gab. Seine Rechnung betrug wohl so um die 20 Mark und er drückte mir lächelnd einen Hunderter in die Hand mit den Worten: "der Rest ist für dich." Nein, er hatte keine weiteren Wünsche. Er wollte wohl nur mal so richtig großzügig sein. Mir wars recht.
Und mit der Schuhdiskussion bei laufen-aktuell, ob es wohl schädlich sei, Schuhe zu tragen, die nicht fürs Laufen geeignet sind, fiel mir diese Episode aus meinem Leben wieder ein. Es war schon eine tolle und auch ziemlich wilde Zeit, die ich aber 1978 mit dem festen Entschluss beendete, dass nun mein Studium mal in den Vordergrund rücken sollte. Und das zog ich dann auch konsequent durch.

Kommentare:

Manu hat gesagt…

Uschi, Dein hübsches Lachen hat sich über die Jahre gar nicht verändert! An diesem Lachen habe ich Dich erkannt, wenn auch die gelockte Ponyfrisur einen ganz anderen Typ aus Dir macht;-)
Du hast, glaube ich, auch ein neues Profil-Bild, das mir sofort aufgefallen ist, weil Du so toll lachst!
Liebe Grüße
Manu

Anja Ridlberg hat gesagt…

Genau Manu, das mit dem Lachen hab ich auch gedacht - schönes Foto und schöne Geschichte.