Samstag, 9. Januar 2010

Unwetter? Hamsterkäufe? Hallo?

In der Süddeutschen von heute lese ich gleich auf Seite 1 (und auch Seite 12) folgendes:
Winterliche Unwetter - Daisy macht ernst
Mit Blick auf den angekündigten Schneesturm empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe den Bürgern, sich für mehrere Tage mit Lebensmitteln einzudecken. Ausreichend Trinkwasser, ein Medikamentenvorrat und Kerzen sollten im Haus sein, riet der Präsident des Bundesamtes in Bonn.
Hallo? Geht's noch? Was ist das heute nur für ein Sprachgebrauch und für eine Panikmache! Jahreszeitentypische Wetterphänomene wie Schnee, Eis, ein bisschen Sturm werden uns da als Unwetter verkauft. Meine Nerven. Winter ist in unseren Breitengraden doch schon immer kalt, eisig und öfters auch schon sehr schneereich gewesen. Wieso müssen heute da jedesmal die Vokabeln Katastrophen und Unwetter bemüht werden? Es geht mir so auf den Geist.

Es scheint ein generelles Zeitphänomen zu sein, zumindest in der Presse, alles entsetzlich übertreiben zu müssen. Schweinegrippe! Blizzards! Unwetter! Katastrophe! Weltuntergang! Na ja, letzteres vielleicht nicht, aber man darf gespannt sein, welcher Metaphern und Floskeln sich die Journalisten bedienen werden, wenn es tatsächlich mal zu den Naturkatastrophen kommt, die durch den Klimawandel bedingt werden. Ich habe jedenfalls schon schlimmere Winter mit viel mehr Schnee (z.B. 2005/06) und schlimmere Stürme (Wiebke z.B.) erlebt als jetzt diesen hier.

Geht es euch auch so? Oder seid ihr alle eingeschneit mit nichts zum Essen im Haus und ohne Licht und Wärme?


Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Uschi, Du sprichst mir aus der Seele. Warnungen fürs Auto fahren - ja. Decke und warme Kleidung mitnehmen - ja. Aber Hamsterkäufe? Gut, ich bin nicht drauf reingefallen - ähnlich wie bei der Schweinegrippe. Mal schauen, ob ich meine grundsätzliche Skepsis bzgl. der Medien mal bereue. Damals bei Kyrill war ich tatsächlich etwas zu arglos - hat mich zwar nichts erwischt, hätte aber.

Manu hat gesagt…

Also wir haben an einem Samstag! den Laden bereits um 14 Uhr geschlossen, wegen Schneetreiben. Wir hatten Angst, dass die Mitarbeiter sonst nicht mehr heil zuhause ankommen. Ich würde jetzt zwar nicht von einem Unwetter sprechen, aber grenzwertig ist es hier schon. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, dass wir witterungsbedingt jemals früher den laden dicht gemacht hätten.
Hier schneit es ohne Unterlass und wir haben zwar nicht gehamstert, kommen aber übers Wochenende gut über die Runden :-)
Gruß aus dem Schneegebirge
Manu

Phönix hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
weinbergschnecke hat gesagt…

Tja, alles muss heute größer, gewaltiger, einmaliger sein - im Positiven wie im Negativen! Wenn bestehende Risiken weiterhin so aufgebauscht werden wie zuletzt Vogelgrippe, Schweinegrippe und Daisy, befürchte ich, dass irgendwann kein Mensch mehr eine Bedrohung ernst nimmt, vor der in den Medien gewarnt wird, selbst wenn sie in diesem speziellen Fall wirklich gegeben wäre.

Liebe Grüße,
Anne (und nein, ich habe keine Hamster gekauft - ich will keine Käfige in der Wohnung ;-) Bei 4-5 cm Schnee wäre das außedem mehr alles übertrieben gewesen ...)

lizzy hat gesagt…

naaajaaaa ... man weiß ja niiiieee ... also hab' ich vorsichtshalber doch mal nen (virtuellen) Hamster gekauft und in meinen Blog gesetzt. Hab' den großen gegen nen kleinen getauscht - so schlimm wird's schon nicht kommen (an sonem Hamster is ja auch nicht viel dran, oder?) Aber: Sicher is sicher ;-)

Phönix hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.