Dienstag, 12. Dezember 2006

Da kann ich leider auch nichts dran ändern!

Seitdem ich nicht mehr rauche (es werden jetzt bald 4 Jahre), lutsche ich im Auto gerne Bonbons, und zwar die von - wer hat's erfunden? - Ricola, Geschmacksrichtung Cherry Mint. Die machen fast genauso süchtig wie Nikotin. Jedenfalls mich. Wie auch immer, meine Ricolas waren alle und ich musste nach München zur Arbeit fahren. Also schnell beim hiesigen Supermarkt reingeschaut, gleich zur ersten besetzten Kasse durchgegangen und zwei Böxlis (so heißen die wirklich!) aus dem Regal an der Kasse geschnappt. Doch halt, da steht ja noch ein Warenständer mit anderen Süßigkeiten davor! Man kommt echt nicht an meine favorisierte Sorte dran. Ich gucke die Kassiererin fragend an und sie bittet mich, doch schnell zur Nebenkasse zu gehen und sie mir dort zu holen. Kein Problem für mich. Und während ich also zur anderen Kasse eile, ruft meine Kassiererin, die das wohl doch als Problem erkannt hat, ihrer Kollegin zwei Kassen weiter zu, dass man nicht an die Bonbons drankäme, weil da ein anderer Ständer den Zugriff blockiere. Was sie denn da jetzt tun könnte? Tja, keine Ahnung, tönt es von der anderen Kasse her. Das wüsste sie auch nicht. Sie jedenfalls könne auch nichts dran ändern!

Und in dem Moment frage ich mich, ob das alles denn wahr sein kann. Ich stellte mir vor, ich würde an dieser Kasse sitzen und nichts ändern können. Ich wäre da sozusagen festgeschraubt auf dem Sitz und alles, was ich tun dürfte, wäre nur die Waren über den Scanner zu ziehen und dann die Hand aufzuhalten, das Geld entgegenzunehmen und dann noch gegebenenfalls Wechselgeld zurückzugeben. Ich könnte nichts an den Bedingungen, unter denen die Kunden an die Waren gelangen, ändern, auch wenn es dadurch dem Kunden unmöglich ist, die gewünschte Ware käuflich zu erwerben. Ich dürfte nicht einmal daran denken, vielleicht aufzustehen, den mobilen(!) Ständer zu packen und ihn ein wenig weiter hinten zu platzieren, so dass er zwar im Prinzip immer noch im Weg rumstünde, aber zumindest nicht mehr den Warenzugriff verhinderte. Das würde über meine Kompetenzen gehen! Wo kämen wir denn da hin, wenn eine Kassiererin im Supermarkt etwas dran ändern könnte! Die Waren hinter diesem Ständer werden nun wohl bis in alle Ewigkeit unzugänglich bleiben, dem Verfallsdatum anheimfallen und als Gammelbonbons vielleicht irgendwann einmal umetikettiert werden, wenn es doch einmal eine der brillanten Kassenkräfte wagt, revolutionäre Taten zu vollbringen und den Weg freizumachen.

Ich gucke nach Weihnachten wieder nach. Da haben sie vor den Kassen wieder etwas mehr Platz, weil die Schokoladenweihnachtsmann- und Lebkuchenaufsteller dann endlich wieder verschwunden sind. Aber dann stellen sie, wie ich befürchte, schon wieder die Kartonaufsteller mit den Osterhasen auf....

Ich liebe diese Servicebereitschaft und diese Flexibilität in diesem Supermarkt! Einfach umwerfend.

Kommentare:

Manu hat gesagt…

Na, das korrespondiert irgendwie ein bisschen mit meinem kleinen Ärgernis! Flexibilität scheint nicht mehr gefragt zu sein - von der Kassiererin bis hin zum Chef - man ist ihnen als Kunde manchmal hilflos ausgeliefert.
Ich mag auch diese Cherry-Sorte, aber die von Fisherman. Allerdings nur ab und zu - nach einer Packung habe ich mich daran satt gelutscht und kaufe eine andere Sorte, Zitrone oder Zimt, auch lecker.

Gruß
Manu

Martin hat gesagt…

Du sprichts mir aus der Seele !
Die Servicewüste lebt.Leider.Irgendwie haben die Angestellten verschiedener Dienstleister und Händler noch nicht kapiert, wer ihre Löhne zahlt !