Dienstag, 23. Januar 2007

Big Apple - Flashback (1)

Auf allen Kanälen und in allen Zeitschriften entgeht man ihr derzeit nicht: Uschi Obermaier, die so genannte 68-Ikone. In einem der Artikel war auch ein Foto von ihr in ganz jungen Jahren abgebildet mit der Bildunterschrift: so tanzte sie im Big Apple. Nicht dass ich jetzt ein großer Fan von meiner Namenskollegin wäre, wobei ich ihr neidlos zugestehe, dass sie sich für ihr Alter - immerhin ist sie 60 geworden! - verdammt gut gehalten hat. Nein, mir fiel vielmehr beim Lesen der Bildunterschrift mein erstes Erlebnis in der Münchner Discoszene wieder ein, das sich auch im Big Apple, und zwar im Jahr 1972 zugetragen hatte.
Es war im Frühsommer dieses Jahres, wenn ich das recht in Erinnerung habe, und ich hatte mich zur Aufnahme in den Studiengang Grafik-Design an der Fachhochschule München beworben. Das Abitur in einer Kleinstadt im Oberpfälzer Wald hatte ich gerade absolviert und es drängte mich in die Großstadt. Ich weiß nicht mehr, wie viele Aufnahmekandidaten wir waren, auf jeden Fall war da auch ein junger Mann - Claude hieß er - aus dem Tegernseer Raum dabei, der mich einlud, am Abend noch mit in die Disco zu gehen. Da musste er mich natürlich nicht zwei Mal fragen! Mit kundiger Führung sollte ich das Nachtleben von München entdecken! Etwas, wovon ich in der Abgeschiedenheit der Provinz natürlich immer geträumt hatte.
Er holte mich sogar von meiner Gastfamilie, einer Cousine meines Vaters, bei der ich freundlicherweise übernachten durfte, ab und wir fuhren die Leopoldstraße runter zum berühmten Big Apple. Das also war der Ort, an dem sich schon so viele Berühmtheiten eingefunden hatten! Ich fand das richtig Klasse. Und nachdem es eine Disco war, konnte man da natürlich auch tanzen, was ich mit Begeisterung tat. Die Handtasche hatte ich dabei auf meinem Sitzplatz stehen gelassen...
Tja. Naives, dummes Landei, das ich war. Irgendwann, als ich mein Getränk dann bezahlen wollte, musste ich nämlich leider feststellen, dass man mir meine Geldbörse aus der Handtasche geklaut hatte. In der Geldbörse befand sich natürlich nicht nur mein Geld, sondern auch die Rückfahrkarte nach Hause, mein Personalausweis und leider dummerweise auch der Schlüssel zu der Wohnung meiner Gastfamilie. Die wohnte ungefähr im 5. Stock und hatte nachts die Angewohnheit, die Klingel abzustellen, weil sich immer wieder junge Burschen Klingelstreiche erlaubten. Da stand ich nun vor verschlossenen Türen mitten in der Nacht in der großen, fremden Stadt ohne Geld, ohne Schlüssel, ohne Fahrkarte. Aber dafür um eine wichtige Erfahrung reicher: in München war das Leben gefährlicher als da, wo ich herkam.
Die Geschichte endete dann doch glimpflich: ein anderer Bewohner des Hauses kam kurz nach mir dort an und ließ mich mit hinein. Die Wohnungstürklingel meiner Gastfamilie funktionierte und sie liehen mir auch Geld, so dass ich am nächsten Tag mit dem Zug nach Hause fahren konnte. Das Beste kam aber so ca. 2 Wochen später: mit der Post kam ein Päckchen, in dem sich meine Geldbörse befand! Zwar war das Geld weg, aber alles andere steckte noch in der Börse. Der Absender hatte sie unweit des Big Apple neben einem Mülleimer gefunden...

1 Kommentar:

Manu hat gesagt…

Ja, die Uschi - ich habe die Fotoserie im Stern angeschaut (vielleicht war es dieses Bild, das auch Du meinst, im Miniröckchen im Big Apple)und den Bericht gelesen.
Irgendwie kam ich ins Grübeln: Die Frau hat jahrelang die Nacht zum Tag gemacht, kein Laster ausgelassen und sieht jetzt, mit 60, noch so knackig aus und hat so einen hübschen Jungmädchenbusen, dass die neuesten Nacktbilder noch nicht mal peinlich sind. Aber sie sagt in dem Arikel auch, dass sie "was machen" lässt oder hat machen lassen, was genau, verrät sie nicht. Was auch immer, es ist gut gemacht! ;-)
Da hast Du also auf dem selben Dance-Floor getanzt wie die Uschi;-)
Das mit der Handtasche war aber wirklich eine Einladung für alle bösen Buben - da habe ja selbst ich Landei im Beau Brummel (meiner Disco der späten 70er) immer das Täschchen fest umklammert oder aber beim Tanzen abgegeben.
Irre, wie lange das schon her ist! Meine Güte, man hat schon richtig "alte" Erinnerungen...
Gruß
Manu