Samstag, 26. August 2006

15 mal 400 ist gleich 6000 oder: mein erstes Bahntraining

Heute war es so weit. Mein von Manu erstellter Trainingsplan sah "Tempotraining" auf der Bahn vor. Zunächst mal musste eine Bahn gefunden werden, die so ohne weiteres auch für Nichtvereinsmitglieder zugänglich ist. In München-Kleinhadern wurde ich fündig. Zwar keine moderne Tartanbahn, sondern eine Sandbahn, aber für meine Zwecke erschien sie mir vollkommen ausreichend.

Stefan begleitete mich nebst seinem Forerunner. Ein nettes Gerät. Dem entgeht nix. Sehr praktisch für unser Vorhaben.

Zunächst sollte ich 5 Runden einlaufen, also zwei Kilometer erstmal warm werden. Dies dauerte genau 15 Minuten, entspricht also einem sehr gemütlichen 7:30er Schnitt. Damit hatte ich wirklich keine Probleme. Als nächstes standen so genannte Antritte auf dem Programm, ich absolvierte vier davon, jeder etwa 70 - 80 Meter lang. So schnell rennen halt, wie's geht. Die 70 Meter dann wieder zurückgehen und nochmal das gleiche. War auch nicht so schwierig. Mein linker Oberschenkel ziepte aber danach etwas. Er ziept immer noch....

Bissl dehnen, Beine lockern und dann geht's los: 400 Meter sollte ich in 2:20 zurücklegen. Ok. Ich renne los in einem Tempo, das ich für das richtige halte. Bei 200 Meter gucke ich auf die Uhr: 1:05. Viel zu schnell also. Ich merke das auch! Es ist sehr anstrengend. Also Tempo rausnehmen. Aber wie geht das, ohne zu langsam zu werden? Am Ende der Runde zeigt meine Uhr 2:11. Zu schnell. Ich habe auch das Gefühl, dass ich das nicht nochmal machen will. Ich gehe ein paar Schritte, trabe wieder langsam los, 400 Meter erholen. Die zweite Temporunde gelingt mir schon etwas langsamer, nämlich in 2:16. Eine Erholungsrunde ist dringend nötig. Teilweise gehend, teilweise langsam trabend lege ich sie zurück. Und nochmal Tempo, dieses Mal wird's eine Punktlandung: 2:19! Ha! Eine langsame Runde wird gleich noch drangehängt. Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, dass ich das Tempo der schnellen Runden fünf Kilometer durchhalten soll???? Na ja, nicht ganz, aber sehr viel langsamer darf ich nicht sein, wenn ich nur 30 Minuten brauchen will. Puh! Im Moment erscheint es mir unmöglich.

Auslaufen ist auch noch angesagt. Ich verkürze eigenmächtig auf drei Runden, weil erstens die Sonne immer wärmer wird und zweitens sich immer mehr junge Burschen am Spielfeldrand ansammeln, die wohl gleich ihr Fußballtraining aufnehmen werden. Denen will ich ja nicht im Weg sein... Komischerweise laufe ich die letzten 3 Runden genau im 7er Schnitt, also schneller als die ersten. Mir erscheinen sie aber gar nicht schneller...

Fazit: Es war eine neue Erfahrung für mich. Dass es Spaß gemacht hat, kann ich nicht direkt behaupten. Alleine würde ich das sicher nicht gerne machen und auch nicht an jedem Trainingstag. Aber das ist ja wohl auch nicht der Fall. Stefan begleitet mich ja und einmal die Woche geht das dann schon. Noch ist es mir ein Rätsel, wie ich die 5 Kilometer in 30 Minuten schaffen soll. Aber ich hab ja auch noch fünf Wochen Zeit!

Kommentare:

Manu hat gesagt…

Hi Uschi,

super, schön, dass die Umsetzung so gut geklappt hat!
Du hast auch mit dem typischen Problem aller Bahnnovizen zu kämpfen gehabt, nämlich dem noch nicht vorhandenen Gefühl für das schnellere Tempo. Und auch wenn's nur ein paar Sekunden sind: die entscheiden dann manchmal, wie man sich anschließend fühlt.
Du warst nur ein kleines bisschen zu schnell, und für's erste Mal hast Du das trotzdem sehr gut gemacht! Und der Effekt war klasse: das sieht man am Auslauftempo...ein kleines bisschen Schwung hast Du unbemerkt trotz Erschöpfung mitgenommen!
Und täglich - nein, das wäre ja absolut kontraproduktiv. Einmal pro Woche reicht vollkommen, und was ich ja gern hätte, wäre, dass Du irgendwann doch mal schreiben musst: Ja , es hat Spaß gemcht ;-)

Aber wenn's keinen Spaß macht, ist's auch egal, nach den 5 Wochen kannst Du ganz in Ruhe weitertraben! Ein sehr überschaubarer Zeitrahmen, das ist das Gute daran ;-)

Wenn Dir morgen das Laufen schwer fällt (vielleicht ein bisschen müde Beine, Muskelkater) dann musst Du nicht unbedingt die 10 km vollmachen. Schau mal, wie's sich anfühlt - 10 wären gut, das wäre quasi Dein langer Lauf - aber sonst lauf einfach langsam eine Stunde, die 8 km Runde, das wäre nicht schlimm.
Tschüss
Manu

Morgen schicke ich Dir den neuen Wochenplan.

lizzy hat gesagt…

*reinlins* ;-)

HAHA - lebt sie ihre sadistischen Triebe wieder hemmungslos aus, unsere Trainerin :-D

Uschi, tatsächlich hat mir mein bisher einziger nach-Plantrainingszehner-Bahnversuch auch kein bisschen Spaß gemacht und ging in die Hose.

Aber: mit dem passenden Gefühl für das Tempo, das sich sicher auch bei dir einstellen wird, kann man auch wirklich nette Tempospielchen einstreuen. Z. B. habe ich neulich meine Standardrunde in einer Art Pyramiden-Intervall aufgebaut. Nicht nach Länge, sondern nach Minuten - und wenn du deine Geschwindigkeit einschätzen kannst, geht das auf flachen Strecken ja auch gut. Also: 2 min. flott, 2 min. langsam, 3 min. flott, 3 min. langsam ... bis 5 min., die zweimal ächzend und dann das ganze abwärts. Hat viel mehr Spaß gemacht als auf der Bahn, geht aber nur, weil ich das auf der Bahn gelernt habe. Sprich: auch aus den Ätz-Einheiten läßt sich spaßiges Neues generieren ... und natürlich wirst du schneller ;o) Ich bin mir sicher!

Freue mich schon auf die Fortsetzung!

P. S. das Monument-Valley-Bild hat mir sehr sehr gut gefallen. Danke dafür!

webwelten hat gesagt…

Danke für deinen wohlwollenden Kommentar, Trainerin! ;-)

Das mit dem Spaß machen darfst du nicht so ernst nehmen. Mir macht Laufen als solches auch oft gerade keinen Spaß, aber das Leben kann ja nicht nur Spaß machen. Ich mag mich auch ein bisschen anstrengen!

Und noch was:
Damit ich morgen erst gar nicht auf die Idee komme, den 10er zu kürzen oder gar ganz ausfallen zu lassen, hab ich mich gestern noch fix bei diesem Benefizlauf angemeldet. Da gibt's keine richtige Zeitmessung und deshalb werde ich mich sicher auch nicht abhetzen. Aber gelaufen werden die zehn!

Und danke auch für dein Interesse an meinen Laufversuchen, Lizzy :-))

Anja Ridlberg hat gesagt…

Spannend hier.

Manu hat gesagt…

Na, Lizzy, das nenn' ich mal Kreativität in Sachen Tempobolzen! Was hast Du vor? Und sag jetzt nicht nichts ;-)
Finde ich jedenfalls richtig klasse, dass Du weitermachst und experimentierst!

Und Uschi, in der Hinsicht sind wir uns ähnlich - auch ich bin nicht diejenige, die immer begeistert tönt, hach, was ist Laufen doch so schön ;-)
Schon lange nicht mehr, vielleicht in den 2 Anfangsjahren, aber seither gab's ganz viele Phasen, in denen die Unlust fast schon überwog.
Da hilft es aber tatsächlich, dabei zu bleiben, nicht großartig zu hinterfragen, warum mach' ich das jetzt...sondern einfach durch die öden Zeiten traben (wenigstens mit einem Minimum) und auf die besseren Zeiten hoffen (die noch immer gekommen sind ;-)

Und das mit der Anmeldung zu dem Benefizlauf - großartig! Mach langsam und gemütlich ...bin mal gespannt, was die Beine sagen!

Gruß
Manu