Donnerstag, 12. Januar 2006

Ereignisreich

Während des Laufens formuliere ich oft schon in Gedanken meinen Blog-Eintrag. Ich nehme mir vor, das und das zu schreiben, weil mir das zu diesem Zeitpunkt als berichtenswert erscheint. Kaum sitze ich aber wieder zu Hause am PC, gehen mir Zweifel durch den Kopf: interessiert das überhaupt irgend jemanden? Wofür und für wen soll ich überhaupt etwas schreiben? Und meistens gewinnen diese Zweifel so weit die Oberhand, dass ich gerade noch hinschreibe, dass ich überhaupt gelaufen bin.
Im Moment geht es mir ja schon wieder so. Aber ich will einmal eine Ausnahme machen, denn mein Lauf heute war anders als die meisten in diesem Jahr. Anders im Sinne von schöner, leichter, einfach wieder lockerer.
Die ersten anderthalb Kilometer gehen durch den Wald. Der Weg ist immer noch Schnee bedeckt und deshalb auch relativ rutschig. Dazu kamen heute noch tiefe Furchen, die Waldarbeiter mit ihren Traktoren verursacht haben. Nicht wirklich schön zu laufen, aber es geht. Ich hab's ja nicht eilig. Nach einer Weile führt der Weg dann aufs freie Feld. Hier gab es zwar keine Traktorspuren, aber dafür entstiegen weiter vorne auf dem Parkplatz beim Waldsanatorium mehrere ältere Damen nebst mehreren kleinen Kläffern ihren Autos. Einer von denen musste mir unbedingt lautstark mitteilen, dass er von Joggern nicht allzuviel hält. Sein Frauchen fand das wohl witzig. Ich weniger, vor allem, weil mein Hund auch dabei war und ebenfalls angekläfft wurde. Sie reagiert dann aber meistens gar nicht, sondern läuft einfach weiter. Ich bin mir nicht sicher, wie ich reagieren würde, wenn eine dieser kleinen Tölen plötzlich an meinem Bein hinge...
Weiter ging's nach Maria Eich. Hier ist der Weg gestreut, weil ja die alten Leutchen vom Waldsanatorium sicher in die Kirche kommen müssen. Als Jogger profitiere ich natürlich auch gerne von diesem Service. Eigentlich wollte ich dort dann umdrehen und zurücklaufen, aber ich sehnte mich danach, mal wieder auf Asphalt zu laufen und bog deshalb Richtung Radweg nach Germering ab. Da muss man auch einen Parkplatz überqueren, auf dem mein Hund leider etwas zum Fressen fand. Ich hoffe, es war nichts, was ein Hundefeind dort hingelegt hat. Was es genau war, konnte ich allerdings nicht erkennen.
Als ich dann endlich meinen Hund da weggescheucht hatte, stoppte mich ein Mann im Lieferfahrzeug und wollte den Weg nach Krailling wissen. Ich kam ja da gerade her. Aber so konnte er natürlich nicht fahren, also musste ich 'ne Weile überlegen. Ich hab ihn jedoch nicht in die Irre geschickt.
Schließlich ging es auf die Asphaltstrecke. Es war herrlich! Es ist ja um so vieles leichter, auf ebenem Untergrund zu laufen. So bin ich schon lange nicht mehr "dahingeschwebt" - zumindest rein gefühlsmäßig. Aussehen tut das bei mir garantiert ganz anders.
Nach 7,7 Kilometern kam ich dann wieder bei meinem Auto an. Es war ein wirklich schöner und vor allem unangestrengter Lauf. So darf es gerne weitergehen!

Kommentare:

tuepfel hat gesagt…

mich interessieren ja die schmutzigsten details. traktoren sind zwar auch oft schmutzig, aber die find ich eher doof. hoffe dir damit eine inspirationshilfe zu sein. *ganzbreitgrinsunddenschalkvonderschulterschubs*

Abejita hat gesagt…

Was für ein herrlicher Lauf. Hab heute bei dem Wetter an dich gedacht und wäre sooo gerne mitgelaufen. Eigentlich schon schade, dass ich morgen auf der Autobahn sein werde :-/ Wünsche an dieser Stelle schon mal ein schönes Wochenende! *fuchtel* Wir sehen/lesen uns nächste Woche wieder.
Grüße
Abe ;-)

lizzy hat gesagt…

Hört sich schön an, der Lauf! - und ich lese es gerne. (Kann nicht versprechen, dass ich täglich reingucke - aber wenn denn, dann mit Vergnügen!)

Und dem Hundchen geht's hoffentlich gut und es war nur was harmloses?! (für mich auch immer wieder nervig und stressig, auf den Hund zu achten weil die Leute hier in der Gegend immer den Vögeln was Gutes tun wollen und Brot, Fettschwarten etc. für sie auslgen. Andererseits aber bekanntlich gerade erst wieder Giftköder im Engl. Garten ausgelegt wurden. Muß man ständig aufpassen bzw. Angst haben, wenn er doch was weggeknabbert hat)