Sonntag, 24. September 2006

Haile G. ist schuld

Schon um halb zehn hatten wir die Laufklamotten an, um den letzten Teil meines Wochentrainingsplans anzupacken. Dummerweise kam uns aber Haile Gebrselassie bzw. die Fernsehübertragung des Berliner Marathons in die Quere, so dass es nach 11 Uhr war, als wir endlich aufbrachen. Die Sonne war da natürlich schon in Höchstform und hatte den Hochnebel vertrieben. Na gut, dann wird es halt ein Solidaritätslauf mit all denen, die sich bei den hohen Temperaturen da in Berlin vier Stunden und länger quälen würden.
Ich wollte langsam laufen und auf dem ersten Kilometer klappte das auch ganz gut - 7er Schnitt glatt. Dann kommt eine längere schattenlose Gerade, etwa auch einen Kilometer lang und da sah ich sie: in circa 400 Metern Entferung vor uns lief eine dickliche Frau mit Trainingsanzug, also langer Hose, langärmelige Jacke und das ganze auch noch aus dicker Baumwolle. "Die will ich!", verkündete ich ein wenig größenwahnsinnig Stefan. Aber doch nicht jetzt? Doch, jetzt, denn die biegt wahrscheinlich da vorne an der Kapelle ab und ich muss sie vorher eingeholt und überholt haben. Ja ja, so sticht mich manchmal der Hafer schon ganz arg. Wie du meinst, resignierte Stefan. Und wir zogen das Tempo an, der 6er Schnitt würde reichen, um sie einzusammeln. Und es klappte tatsächlich. Immer näher kamen wir der moppeligen Dame, die aber trotzdem auch tapfer weiterlief. Weit, bevor sie vermutlich abbiegen würde, hatten wir sie eingeholt. Ein kurzer Blick nach rechts beim Überholen ergab eine erstaunliche Entdeckung: die dicke Frau entpuppte sich als dicker Mann, und zwar als der, der schon seitdem ich laufe, immer mal wieder meine Wege kreuzt. Er ist so schätzungsweise zwischen 40 und 50 Jahren alt, läuft immer in diesem schrecklich dicken Trainingsanzug und kommt offensichtlich nach mindestens drei Jahren Lauf"training" (so lange begegne ich ihm schon) immer noch nicht so recht vom Fleck.
Ich hoffe, man vergibt mir, wenn ich heute beim Überholen eine ziemliche Genugtuung verspürte...
Der Rest des Laufes ist eher uninteressant. Wir legten die 11,3 Kilometer in etwa 1:15 zurück, stoppten aber hin und wieder mal, um etwas zu trinken. Ich spüre meine Beine jetzt schon ein wenig. Insgesamt waren es ja fast 40 Kilometer diese Woche, das merkt man dann schon. Und nun freue ich mich auf den Lauf nächsten Sonntag....

Kommentare:

Manu hat gesagt…

Ja, isses denn die Möglichkeit? Uschi sticht der Hafer, das Training zahlt sich aus! Warte mal ab!!! Wenn Du Dich jetzt in der letzten Einheit der harten Woche, mit Intervallen und bald 40 Kilometern in den Knochen ohne Not aufgerafft hast, das Moppelchen einzusammeln, wen Du dann nächsten Sonntag so alles hinter Dir lässt!
ich zweifele übrigens gar nicht mehr und erkläre Dir im letzten Wochenplan, der ja keinen Plan in dem Sinne, sondern die unbedingte Ruheaufforderung beinhaltet, warum ich guter Dinge bin! :-)
Bewahr' Dir das Bild von Haile abrufbereit irgendwo in Deinem Kopf!!! Ich fand ihn so toll heute, so eine schöne Werbung für's Laufen...einfach bewundernswert und ...hach, ich war so ergriffen!
Gruß
Manu

Anonym hat gesagt…

Haile, Haile Segen ... Nein, keine drei Tage Regen sondern für Deinen Lauf wünsche ich Dir schon mal vorab. Ich bin überzeugt, dass Manu ganze Arbeit geleistet hat und Du auf den Punkt fit bist.
Außerdem erwarte ich und alle anderen Blog-Leser einen schönen Erfolgsbericht. Das allein muss schon Motivation genug sein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Viele Grüße aus Niederbayern
Uli (OnkelUlrich), der schon längst mal seinen Senf dazugeben wollte ;-)

José hat gesagt…

Hehe... aber nimmm Dir den Haile nicht zu sehr zum Vorbild, sonst müßte das heißen, daß Du die 5 km in 14:48 Minuten laufen müßtest :)

Viele Grüße

José

Anonym hat gesagt…

Mönsch Uschi, einen 6:40 er Schnitt auf über 10 km, da hast du reelle Chancen die 30 min zu besiegen.
Und so warm wie die letzten Tage soll es auch nicht werden.

Gruß Conni