Freitag, 16. Dezember 2005

Gekniffen

Gestern hab ich noch große Töne gespuckt, dass es ja so einfach ist, sich zum Laufen zu motivieren, wenn man täglich läuft und heute widerspreche ich mir mal gleich...
Aber das Wetter war mir einfach zu mies. Mit Regen, Schnee, Kälte komme ich klar, aber nicht mit einem solchen Sturm. Das ist mir dann im Wald auch zu gefährlich. Also Päuschen gemacht. Und mein Gewissen lässt mich vermutlich auch ganz ruhig schlafen.

Na ja, ruhig schlafen, so gut es eben geht. Noch verspüre ich keine Besserung, seit ich diese Hormone schlucke. Aber nach 4 Tagen ist das wohl auch kaum zu erwarten. Heute morgen war wieder so eine absolut ätzende Situation in der voll besetzten S-Bahn. Während der Fahrt wird es mir wieder ganz heiß und dann tritt mir der Schweiß aus allen Poren. Und ich sitze da, schiebe meine Haare mittels meiner Brille aus der Stirn, damit sie mir nicht gleich dran kleben. Die junge Frau, die mir gegenüber sitzt, mustert mich eindringlich und neugierig und ich spüre, wie mir der Schweiß runter läuft. Wie mag ich wohl auf sie gewirkt haben? Was hat sie sich wohl gedacht? Ob sie wusste, dass das durchaus ein Normalzustand bei Frauen meines Alters sein kann? Sie guckte fast besorgt und ich nestelte schließlich ein Tempo aus meiner Tasche und wischte mir die Schweißtropfen ab, bevor sie von meinen Wangen tropfen. War nicht lustig.

Kommentare:

stella polaris hat gesagt…

Für Deine Offenheit und Ehrlichkeit haste Dir mal ein großes Kompliment von mir verdient! Ich hätte nie gedacht das man so dermaßen von diesen blöden Hormonen gebeutelt werden kann....ich arbeite zwar mit 3 Damen in Deinem Alter in einem Büro, aber entweder sprechen die nicht so offen wie Du über ihre Probleme oder Du bist wirklich besonders arg gebeutelt...

Ich drück' Dir die Daumen das diese Hormonersatztherapie bald Wirkung zeigt.

webwelten hat gesagt…

Danke, Daniela!
Für mich ist das Tagebuch auch eine Möglichkeit, offensiv mit diesen Beschwerden umzugehen. Vielleicht nützt es ja der einen oder anderen Leidensgenossin, wenn sie hier lesen kann, dass es ihr nicht alleine schlecht geht.
Niemal hätte auch ich mir träumen lassen, dass es mich dermaßen beuteln kann.
Danke fürs Daumendrücken. Ich kann's brauchen. ;)